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Wie wir nach Sibirien kamen Gruppenfindung und Reisevorbereitungen von Katrin Matthes Zum ersten Mal hörte ich von dem Sibirienaustausch auf dem AK Osteuropa im Oktober 2005. Damals erzählte Andrej, wie es in 2004 im fernen Russland und beim Rückaustausch gewesen ist. Wesentlich faszinierter, als ich überzeugt war, fuhr ich zum ersten offiziellen Sibirientreffen nach Berlin im Januar 2006. JANUN e.V. und BUNDjugend hatten kräftig die Werbetrommel gerührt und Verteiler genutzt, so dass gut 40 Interessierte in der Jagowstraße eintrudelten. Einige, wenige Gesichter waren dem ein oder anderen aus verschiedenen Anlässen wohl bekannt, aber die bunte Gruppe nutzte dieses erste Wochenende nicht nur, um einen tieferen Eindruck des Projektes zu bekommen, sondern sicherlich viel mehr noch, um die anderen potentiellen Mitfahrer kennen zu lernen. Zum Ende des Wochenendes, als man einige schon besser kennen gelernt hatte, gab es eine Fristsetzung. Bis zum ersten Wochenende im Februar sollte man sich verbindlich melden, wenn man mitfahren wollte. Und zumindest ich, meldete mich erst am letzten Tag. Denn, es gab einiges zu bedenken: Habe ich im Sommer wirklich die Zeit? Und, was wird im Sommer 2007? Kann ich mit einer Gruppe, von der ich die meisten anderen kaum kenne wirklich dreieinhalb Wochen in Sibirien verbringen? Wie teuer wird die Reise wohl werden? Ich spreche doch gar kein russisch, soll ich trotzdem mitfahren? Wer von den anderen wird wohl noch mitkommen wollen? Und, wie schlimm sind die Mücken wirklich? Alle Kontras aber verloren gegen die Pros. Denn, Sibirien allein schien so reizvoll, dass ich unbedingt mitfahren wollte. Es fand sich also eine Gruppe von 13 Teilnehmern. Eine gesund-gemischte, wenn doch relativ große Gruppe. Mit dabei, Maxi und Inna, die russische Muttersprachler sind, der Rest mit minderen, meist gar keinen Russischkenntnissen. Man verabredete also weitere Treffen, um sich besser kennen zu lernen und nun auch die Planung ein großes Stück voran zu bringen. Zunächst ging es im Mai nach Königswusterhausen zum Paddeln, um uns auf die evtl. Nässe in Sibirien vorzubereiten. Dort spontan mit von der Partie Anita, die aber aus organisatorischen Gründen leider nicht mit nach Sibirien kommen konnte. Das Wochenende, dass von Klaus, dem JANUN-Wildlife-Experten begleitet wurde, war meiner Ansicht nach ein voller Erfolg und großer Spaß. Wir haben, entgegen unserer eigenen Erwartungen eine gute Strecke geschafft und unterwegs viel erlebt. Die Mücken stellten uns auf eine gute Sibirien-Probe, der Gegenwind machte an einigen Tagen ganz schön zu schaffen, aber alles in allem haben die Gruppenaktionen und abendlichen Gespräche die Teilnehmer einander näher gebracht. Leider erfuhren, dass Swantje nicht mitkommen würde, weil sie ein Praktikum im Sommer machen müsste, Malte in werdender Vaterfreude zu Hause bleiben wollte und wenig später auch, dass sowohl Inna, als auch Maxi nicht mitkommen können würden. Dies stellte uns vor die spannende Situation, 2 bis 3 weitere Teilnehmer, mit fließenden Russischkenntnissen relativ kurzfristig in unsere Gruppe einzuladen und auch zu integrieren. Beim dritten und letzten Vorbereitungstreffen auf der Ökostation in Barsinghausen, waren auch die "Neulinge", oder "Übersetzerinnen" wie sie gern genannt wurden, anwesend und die Gruppe schnell um Ina, Serena und Annne reicher. Letzte kurzfristige Visa- und Organisationsaufgaben wurden tatkräftig angegangen, die Flüge ab Berlin-Tegel gebucht, die weitere Reiseroute (teils per Schiff ab Priobje) diskutiert, abgewägt und beschlossen. Nun stand unserer gemeinsamen Reise also nichts mehr im Wege. Sibirien konnte kommen - oder viel mehr, konnten wir nach Sibirien kommen! Katrin Matthes |
