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Jugendaustausch Westsibirien Vorgeschichte: Als im Jahr 2000 der "Dachverband der Jugend der indigenen Völker Nordrusslands" gegründet wurde, hat JANUN e.V. den Gründungskongress mit einer Spende unterstützt. 2001 wurde eine neunköpfige Delegation dieser Organisation von JANUN e.V. zu einem Jugendaustauschprogramm nach Deutschland eingeladen. Bevor die Zusammenarbeit intensiviert werden konnte, hatte sich der Dachverband jedoch weitgehend aufgelöst. 2003 wurde über die Indigenenorganisation "Zukunft der Erde" Kontakt zu einem Initiativkreis in Kazym (Bezirk der Stadt Belojarskij / Westsibirien) aufgenommen. Die Chanty und Mansi sind zwei indigene Ob-Ugrische Völker, die im Autonomen Kreis der Chanten und Mansen (CHMAO) im westsibirischen Jugra (Jugorien) leben. Im Sommer 2004 ist eine Delegation von JANUN und BUNDjugend mehrere Wochen vor Ort in Kazym zu Besuch gewesen. Auf Basis dieses vielversprechenden Besuches ist im Sommer 2005 ein Jugendaustausch mit jungen Chanty und Mansi nach Deutschland durchgeführt worden. Mittlerweile hat sich eine feste Partnerschaft entwickelt, so dass es inzwischen jährliche Jugendaustauschprogramme gibt. Die Partnerorganisationen: Unser sibirischer Kooperationspartner ist ein Initiativkreis der Chanty und Mansi, in dem Erwachsene und viele Studentinnen und Studenten aktiv sind. Die Ehrenamtlichen dort organisieren im Sommer ethno-kulturelle Camps für Kinder und Jugendliche aus der Region, auf denen sie die traditionelle Kultur kennenlernen und sich mit aktuellen Problemen auseinandersetzen können. Das Konzept der Camps ist einerseits, bei den Kindern das Interesse für die eigene kulturelle Herkunft zu wecken und andererseits auch bewusstes Aneignen der Errungenschaften der modernen Welt zu ermöglichen, wie z.B. Nutzung moderner Medien wie Kamera, Computer usw... Zu den weiteren Zielen der Camps gehören: Förderung von Entwicklung eigener Identität und regionalem Heimatgefühl, Entwicklung einer sensiblen Beziehung zur Natur und Toleranzbildung gegenüber anderen Kulturen. Darüberhinaus ist die Initiative in den Siedlungen vor Ort aktiv. Dort arbeiten sie an Pflege der Traditionen und kümmern sich um Kinder aus sozial schwachen Familien. JANUN e.V. (Jugend-Aktion für Natur- und Umweltschutz Niedersachsen) ist eine niedersachsenweite Organisation für junge Menschen, die sich für Natur- und Umweltschutz interessieren und sich freiwillig dafür einsetzen. Das Themenspektrum reicht dabei von Naturschutz über Umweltpolitik bis zu Globalisierung, Menschenrechte und zur Diskussion über Lebensstile und aktuelle politische und kulturelle Themen. JANUN ist ein eingetragener, gemeinnütziger Verein, zu dem sich vor 15 Jahren mehrere große niedersächsische Umweltschutzverbände zusammengeschlossen haben. Neben vielen lokalen Projekten gibt es mehrere internationale Kooperationen, vor allem Richtung Osteuropa. Jährlich führt JANUN circa 12-16 internationale Jugendaustauschbegegnungen durch. Dabei kooperiert JANUN e.V. mit der BUNDjugend Berlin, der Naturschutzjugend und dem Verein niedersächsischer Bildungsinitiativen. Unterstützer: Gefördert wurden die Austauschprogramme bisher durch die Stiftung deutsch-russischer Jugendaustausch aus KJP-Mitteln des Bundes, durch die Stiftung West-Östliche Begegnungen und im Jahr 2010 durch das EU-Programm Jugend in Aktion.
Die Inhalte der Jugendaustausche zwischen JANUN und unseren westsibirischen Partnern sind:
Was bisher erreicht wurde: Neben der erfolgreichen Durchführung der Jugendaustauschprogramme ist es gelungen
Hintergrund, die Partnerregion: Das Chanty-Mansische Autonome Gebiet (CHMAO) befindet sich östlich des Uralgebirges in der westsibirischen Tiefebene. Die Tiefebene wird von den Flüssen Ob und Irtysch durchflossen und bildet das größte Sumpf- und Moorgebiet der Erde. CHMAO ist etwa so groß wie Frankreich, Chanty-Mansijsk die Hauptstadt. Der Distrikt wird heute mehrheitlich von Russen bewohnt. Von den 1,5 Millionen Einwohnern sind etwa 2 Prozent Indigene. Die Region wird ihrerseits "Jugra" genannt. Nach offiziellen Angaben leben im CHMAO drei zahlenmässig kleine indigene Gruppen Chanty, Mansi und Nenzy. 10 Prozent von ihnen leben ständig in der Taiga und betreiben Rentierzucht, Jagd, Fischfang und Sammeln. Es sind offiziell etwa 2.500 Menschen als Waldbewohner registriert. Die Mehrzahl der Indigenen lebt in Dörfern und Siedlungen, die während der Sowjetzeit gegründet wurden, um die verstreut in der Taiga lebenden oder in der Tundra nomadisierenden Rentierzüchter und Fischer anzusiedeln. Das Prestige der Indigenen in der russischen Gesamtbevölkerung ist weiterhin sehr gering. In vielen Fällen bestehen ihnen gegenüber auch heute noch Ressentiments, sie werden als arme, alkoholisierte Individuen ohne Kultur gesehen, und zum Teil haben sie diese Bewertungen auch in ihr Selbstbild integriert. Eine chronologische Übersicht über unsere bisherigen Aktionen im Rahmen des Sibirien-Projekts ist hier zu finden: Hier klicken. Weitere Hintergrundinformationen zu unserem Projekt sind im Bereich "Dokumentation" zu finden. |


